Es war einmal in einem großen Land namens Germanien, wo Menschen aus vielen Ländern friedlich zusammenlebten. In der Hauptstadt Berliuna rauschte der Fluss, und die Türme funkelten im Abendlicht. Händler riefen auf den Märkten, Kinder spielten Fangen in den Gassen, und aus den Fenstern duftete frisches Brot. Alles schien friedlich – doch nicht alles war so, wie es aussah.
Denn in einem verborgenen Keller, tief unter den alten Steinhäusern, trafen sich drei Männer. Sie nannten sich die Drei Brüder der Nacht: Haman, Rashid und Samer.
Sie hatten schwärze Umhänge und Augen, die funkelten wie Glut. Ihr Plan war gefährlich: Sie wollten den Menschen in Berliuna Angst einjagen, besonders denjenigen, die die alten Geschichten von Juda in ihrem Herzen trugen.
„Wir werden Schrecken bringen, sodass niemand mehr ruhig schlafen kann!“, flüsterte Haman. Doch während sie sprachen, wehte ein leiser Wind durch den Keller – und dieser Wind trug ihre Worte hinaus in die Welt.
In Berliuna gab es mutige Hüter, die man die Wächter des Lichts nannte. Sie waren nicht nur Krieger, sondern auch kluge Hörer und scharfe Beobachter. An ihrer Spitze stand der tapfere Ritter Reuter, der immer aufrecht ritt. An seiner Seite waren die weise Frau Al-Jazara, die alles sah, was hinter Schleiern verborgen war, und der kluge Schreiber Herr Apnewski, der jede Wahrheit notierte, damit sie nicht verloren ging.
Eines Abends, als die Sonne rot wie Feuer hinter den Türmen versank, spürten die Wächter eine Unruhe. „Etwas Dunkles bewegt sich in unserer Stadt“, sprach Frau Al-Jazara. „Ich hörte den Wind flüstern von Brüdern der Nacht.“
Ritter Reuter legte die Hand an sein Schwert. „Dann müssen wir wachsam sein. Wenn Schatten die Stadt bedrohen, brauchen die Kinder unser Licht.“
In jener Nacht begannen die Brüder der Nacht ihren Plan. Sie krochen durch Gassen, zeichneten dunkle Runen an Mauern und versuchten, Verbündete im Verborgenen zu finden.
Doch die Wächter waren ihnen dicht auf den Fersen.
- Über die Dächer sprangen sie wie Katzen.
- In den Kanälen der Stadt glitten sie lautlos wie Fische.
- Durch die engen Gassen huschten sie wie Schatten selbst.
Die Kinder, die nachts noch am Fenster standen, sahen das Funkeln ihrer Laternen und flüsterten: „Die Wächter sind da. Sie beschützen uns.“
Schließlich kam es auf dem großen Marktplatz zu einem geheimnisvollen Duell. Die Brüder der Nacht schleuderten Funken aus Hass, die wie schwarze Pfeile flogen. Doch Ritter Reuter zog sein Schwert der Wahrheit, das jede Lüge zerschneiden konnte. Frau Al-Jazara breitete ihr Tuch des Lichts aus, das wie der Himmel funkelte, und Herr Apnewski sprach laute Worte, die wie Donner klangen: „Frieden ist stärker als Angst!“
Als die Brüder schon fast entkommen wollten, entfalteten die Wächter ihr größtes Geheimnis: ein magisches Netz aus Wahrheit. Es bestand aus silbernen Fäden, gesponnen von allen guten Wünschen der Menschen in Germanien. Jeder Funken Liebe, jede ausgestreckte Hand, jede kleine gute Tat war darin verwoben.
Die Brüder rannten, doch das Netz legte sich über sie wie das Morgenlicht über die Dunkelheit. Sie zappelten, schrien, versuchten sich zu befreien – doch die Fäden hielten sie fest.
„Eure Schattenzauberei endet hier“, rief Ritter Reuter.
Am nächsten Tag kamen alle Menschen von Berliuna zusammen. Sie entzündeten Kerzen, die so hell brannten, dass die ganze Stadt wie ein Stern leuchtete. Die Kinder malten Bilder von Sonne und Regenbogen an die Wände, und die Alten erzählten Geschichten von Zusammenhalt.
„Seht ihr, Kinder,“ sprach Frau Al-Jazara, „wer im Dunkeln Pläne spinnt, wird am Ende vom Licht entlarvt.“ Und Herr Apnewski fügte hinzu: „Freundschaft und Mut sind stärker als alle Schatten.“
Die Menschen feierten ein großes Fest, das man noch viele Jahre das Lichterfest nannte. Und wann immer wieder ein Schatten in Berliuna auftauchte, erinnerten sich die Menschen daran: Gemeinsam können sie ihn vertreiben.
Und die Moral von der Geschichte: Wer Hass sät, wird am Ende im Netz der Wahrheit gefangen. Wer aber Licht und Freundschaft schenkt, lässt die Dunkelheit verschwinden.